Freitag, 24. März 2017

# 92 - Straftaten, die die Menschen bewegten

Von Mördern, Dieben und Betrügern – ein Anwalt erzählt


Steffen Ufer hat ein langes Berufsleben als Strafrechtsanwalt hinter sich. 1966 begann er als Referendar in der Kanzlei des in den 1960-er bis 1990-er Jahren sehr bekannten Strafverteidigers Rolf Bossi, dessen Name in den Medien häufig in Zusammenhang mit prominenten Mandanten auftauchte. Dem steht Ufer in nichts nach: Auch er wird gern als „Star-Anwalt“ bezeichnet, was er aber nicht gern hört. 2016 hat der Jurist zusammen mit dem Journalisten und Buchautor Göran Schattauer Nicht schuldig herausgebracht. Mit der Schilderung von 19 Fällen erläutert Ufer, was er vom deutschen Rechtsstaat hält und was für ihn das Wesen eines fairen Prozesses ist.

50 Berufsjahre und jede Menge Schicksale


Ufer erzählt nicht nur von seinen sehr bekannten Mandanten wie Konstantin Wecker, Ottfried Fischer oder Uli Hoeneß. Er schildert auch Fälle, in denen im Ausland lebende Deutsche von ihm betreut wurden oder er Menschen vertreten hat, deren Namen es nicht in die Zeitungen geschafft hatten, deren Schicksale aber nicht weniger tragisch waren. Als bitterste Niederlage bezeichnet Ufer den Fall zweier deutscher Brüder, die nach einem dilettantischen Versuch, eine Bankfiliale in einer Kleinstadt in Arizona zu überfallen, zunächst von lustlosen und inkompetenten Pflichtverteidigern betreut wurden, die rein gar nichts für sie taten. Die amerikanischen Behörden ließen auch das 1967 unterzeichnete Wiener Abkommen außer Acht, wonach sie in diesem Fall das deutsche Konsulat hätten verständigen müssen, das dann fachkundige Anwälte beauftragt und bezahlt hätte. Ufer und seine amerikanische Kollegin wurden jedoch erst auf den Fall aufmerksam, als es für ein wirkungsvolles Eingreifen im Grunde schon zu spät war. Den US-Justizbehörden war ihr Hinweis auf die Verletzung der Wiener Konvention gleichgültig, sie reagierten nicht auf die schriftliche Eingabe der beiden Juristen. Die deutsche Politik hat sich hier auch nicht mit Ruhm bekleckert: Die damalige Bundesjustizministerin konnte sich wegen dieses eklatanten Rechtsverstoßes nicht dazu aufraffen, den Internationalen Gerichtshof in Den Haag anzurufen. Wahrscheinlich fürchtete sie diplomatische Verwerfungen. Der amtierende Bundesaußenminister zögerte ebenfalls und sprach seine US-Amtskollegin zu spät an. Auch der Gnadenappell des Bundeskanzlers an den US-Präsidenten wirkte nicht mehr: Nach 17 Jahren Haft wurden die beiden Brüder hingerichtet.

Was macht das Recht aus?


Nicht nur im Fall der beiden Brüder, sondern auch bei allen anderen Schilderungen von Gerichtsverfahren wird Steffen Ufers Rechtsverständnis deutlich: Es soll bei einer Strafverfolgung nicht darum gehen, „im Namen des Volkes“ Rache an den Tätern auszuüben. Ein fairer Prozess soll vielmehr die gesamten Umstände, die zu einer Tat führten, in den Blick nehmen. In den Anfangszeiten der bundesdeutschen Rechtsprechung war dieser Gedanke, sich auch den psychischen Ursachen einer Straftat zu nähern, nicht üblich. Die juristische Wende läutete der Fall des Kindermörders Jürgen Bartsch ein, der 1962 im Alter von 15 Jahren einen Jungen getötet hatte. Bis 1966 ermordete er drei weitere auf grausame Weise. Das zuständige Landgericht verurteilte Bartsch zu lebenslanger Haft und der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Doch der Bundesgerichtshof verwies das Urteil nach der von Bossi und Ufer eingelegten Revision an das Landgericht Wuppertal zurück und rügte, es sei zu wenig auf die Täterpersönlichkeit eingegangen worden. Das führte zum heutigen § 20 des Strafgesetzbuches, der Tätern, die wegen einer krankhaften seelischen Störung, einer tiefen Bewusstseinsstörung oder einer „schweren anderen seelischen Abartigkeit“ ihr Unrecht nicht einsehen können, Schuldunfähigkeit zuspricht. Seit damals wird bei allen Strafprozessen auch das bisherige Leben der Angeklagten beleuchtet. Bartsch wurde im abschließenden Verfahren zu zehn Jahren Jugendstrafe und der Unterbringung in die Psychiatrie verurteilt. Er blieb dort bis zu seinem Lebensende.
Steffen Ufer hat sich als Strafverteidiger immer wieder Vorwürfe gefallen lassen müssen, wenn er Mandanten verteidigte, die sich zum Teil grausame Verbrechen hatten zuschulden kommen lassen. Das „Wie kann man nur?“ stand immer wieder im Raum. Doch er sieht seine Aufgabe als Anwalt darin, seine Mandanten so gut wie möglich zu vertreten und darauf zu achten, dass die geltenden Gesetze angewendet werden. Ein Anwalt hat nicht über seinen Mandanten zu richten und seine Taten zu verurteilen, dazu gibt es Richter und Staatsanwälte.

Interessantes Buch mit vielen Einblicken


Nicht schuldig ist ein plakativer Buchtitel, der längst nicht auf alle von Steffen Ufer geschilderten Verfahren passt. Neben der sehr gut verständlichen rechtlichen Erläuterung der einzelnen Fälle bietet das Buch einen Eindruck von der Entwicklung der bundesdeutschen Rechtsprechung bei Strafprozessen seit den 1960-er Jahren. Der Umstand, dass es sich nicht um Krimi-Fiktion, sondern um wahre Fälle handelt, macht Nicht schuldig zu einem spannenden Titel.

Nicht schuldig ist im Wilhelm Heyne Verlag erschienen und kostet gebunden 19,99 € sowie als epub- oder Kindle-Ausgabe 15,99 €. Ich bedanke mich beim Bloggerportal, das mir ein Exemplar zur Verfügung gestellt hat.

Freitag, 17. März 2017

# 91 - So sind Frauen - angeblich


Von 500 v. Chr. bis heute: Diese sieben Vorurteile haben Frauen fast immer begleitet




In ihrem neuesten Buch Die 7 größten Irrtümer über Frauen, die denken hat Beatrix Langner weit zurückgeschaut. Aristoteles kommt ebenso zu Wort wie der Dichter Aischylos und Herren aus der Neuzeit. Der Titel verrät es nicht unbedingt, aber dieses Buch beschäftigt sich nicht ganz allgemein mit den Frauen, sondern wirft ein Schlaglicht auf diejenigen von ihnen, die sich geistig – häufig schreibend - betätigen wollten. Die meisten der von Langner beispielhaft genannten Frauen sind heute praktisch unbekannt. Doch es geht nicht nur um sie, sondern insbesondere um die Männer, die die Frauen unterdrückt und blockiert haben.



Die Vorurteile, die die Autorin zu den Kapiteln ihres Buches gemacht hat, werden denkenden Frauen gegenüber nach Ansicht von Beatrix Langner seit Jahr und Tag gepflegt: Sie sind im Grunde Männer, sie sind göttlich, gefährlich, unsexy, Egoisten und schlechte Mütter und retten die Welt. In allen diesen von Männern aufgestellten Thesen spiegelt sich die Definition der Frau durch diese wider, die sie fast die ganze Geschichte hindurch auf ihre Körperlichkeit reduziert haben: Frauen gebären die Kinder, stillen sie und ziehen sie auf. Und Schluss. Diese Haltung hat eine sehr lange Tradition und ist schon von Homer und Aristoteles überliefert. Nur Pythagoras kommt bei der Autorin besser weg: Er ist ihrer Ansicht nach der einzige Philosoph, der nicht frauenfeindlich war. Die Erkenntnis, dass Frauen ein denkendes Gehirn haben, das dem der Männer gleichwertig ist, hat 3.000 Jahre in Anspruch genommen und ist noch nicht so ausgeprägt, dass die Gleichheit durchgängig praktiziert werden würde. Ein Beispiel ist der im Buch nicht thematisierte Frauenanteil unter den hauptberuflichen Professoren an deutschen Hochschulen: Er lag 2015 bei 22,7 %; unter Professoren, die einen Lehrstuhl inne hatten (C4-Professoren) betrug der Anteil sogar nur 11,4 %. (Quelle: Statistisches Bundesamt)



Ein interessanter Gedanke: Wer macht die Geschichte?




Langner erläutert sehr anschaulich, wie die Geschichtsschreibung bislang zustande kam: Männer waren diejenigen, denen der Zugang zu Bildung und Wissenschaft möglich war. Folglich ist das, was wir aus der Geschichte kennen und was immer weiter überliefert wurde, das Vergangene aus männlicher Sicht. Sie haben bestimmt, was es wert war, weitergegeben zu werden. Ein Beispiel hierfür ist Émilie du Châtelet, die Lebensgefährtin des Philosophen und Schriftstellers Voltaire. Sie war Mitte des 18. Jahrhunderts als Mathematikerin, Physikerin und Philosophin einigermaßen bekannt, aber aufgrund der damals herrschenden Verhältnisse wurde ihr die Anerkennung, die ihr für ihre wissenschaftlichen Leistungen zugestanden hätte, verwehrt. Um 1740 hat sie ihre Werke veröffentlicht, die sich hinsichtlich ihres Niveaus mit denen von Gottfried Wilhelm Leibniz, Leonhard Euler und auch Voltaire messen konnten. Aber weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte, beschränkte sich die Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Leistung darauf, dass Voltaire einräumte, dass die Mitarbeit von Émilie du Châtelet am Sachbuch „Elemente der Philosophie Newtons“ wesentlich war. Auf dem Titelblatt stand hingegen nur der Name Voltaire.



Was taten Frauen, um das zu tun, was sie wollten?




Anfang des 20. Jahrhunderts machten mit den Suffragetten und den Sozialistinnen der II. Internationale britische und US-amerikanische Frauenrechtlerinnen mobil: Es ging um das Wahlrecht für Frauen, aber auch um den Zugang zu Universitäten. Doch die Frauen hatten einen schweren Stand: Männliche Akademiker hielten mit Publikationen dagegen. So veröffentlichte der Psychiater und Neurologe Paul Möbius 1900 sein Essay „Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes“, in dem er behauptete, Frauen hätten von vornherein eine geringere geistige Begabung als Männer. So versuchte er dazu beizutragen, den Zugang von Frauen zum Medizinstudium zu verhindern. Diese hanebüchene Schrift ist noch heute erhältlich, ganz im Gegensatz zu den Veröffentlichungen von Émilie du Châtelet.

Ähnlich abenteuerliche Theorien stellte auch Siegmund Freud auf: Er vertrat die Meinung, dass das Fehlen des Penis‘ sich bei der Frau in ihrem unbewussten Seelenleben durch Hysterie, schwache Nerven und Ohnmachten ausdrückt. Das weibliche Selbstwertgefühl werde dadurch geschwächt, dass Frauen zwanghaft ihre männlich-väterlichen Seelenteile verdrängen wollten.

Man mag das heute amüsant finden, aber zu ihrer Zeit fanden diese Äußerungen Gehör und ernteten reichlich (männliche) Zustimmung.

Doch Frauen, die unbedingt am wissenschaftlichen oder literarischen Leben aktiv teilhaben wollten, wussten sich in einigen Fällen zu helfen: Das, was heute unter dem Begriff „Cross-Dressing“ bekannt ist, also das Tragen von Kleidung, die typisch für das andere Geschlecht ist, wurde von Frauen schon im 17. Jahrhundert eingesetzt, um Eingang in die Männerwelt zu finden. Auch, unter einem männlichen Pseudonym Veröffentlichungen herauszugeben, war nicht unüblich.



Kein reines Sachbuch, sondern ein Essay




Frauen wurden stets so behandelt, wie es Tradition war. Erst in den letzten etwa 50 Jahren begann sich das zu ändern, was durch den beginnenden Feminismus und zahlreiche Gender-Studien ausgelöst wurde. Auch, wenn hier eventuell der Eindruck entstanden sein mag: Die 7 größten Irrtümer über Frauen, die denken ist kein feministisches Kampfbuch. Beatrix Langner plädiert vielmehr für den gemeinsamen Blick von Frauen und Männern auf die Probleme unserer Zeit. Von einer jeweils egoistischen Sicht der Geschlechter auf sich hält sie nicht viel, sondern wünscht sich einen gemeinsamen Entwurf für die Zukunft.

Die 7 größten Irrtümer über Frauen, die denken ist ein kulturgeschichtlich anspruchsvolles Buch, das häufig zwischen den einzelnen Epochen pendelt. Das macht das Lesen nicht leichter, aber es lohnt sich, am Ball zu bleiben. Die Autorin hat ein trotz des ernsten Themas unterhaltsames Essay verfasst, von dem ich mir am Ende allerdings eine klarere Formulierung gewünscht hätte, wie sie sich konkret dieses Miteinander von Frauen und Männern auf Augenhöhe jetzt und in Zukunft vorstellt.



Die 7 größten Irrtümer über Frauen, die denken ist im Verlag Matthes & Seitz erschienen und kostet als gebundene Ausgabe 22,-- Euro sowie als Kindle- oder epub-Version 16,99 Euro.






Mittwoch, 8. März 2017

Im Februar: Boston, Balkan, Deutschland

Balkankrieg, Schriftsteller im Exil, Fluchthilfe für DDR-Bürger und grausame Morde in Boston


Die Überschrift legt es schon nahe: Im Februar ging es, zumindest was die Inhalte der vorgestellten Bücher betrifft, sehr unruhig zu.


Wie der Soldat das Grammofon repariert war vor etwas mehr als zehn Jahren der Debutroman des bosnischen Schriftstellers Saša Stanišic. Es geht um die Perspektive des 14-jährigen Aleksandar auf den Ausbruch und die Folgen des Balkankriegs, wobei der Leser in der Hauptfigur schnell den Autor selbst wiedererkennt. Die Familie flieht bis nach Deutschland, aber ein Heimatgefühl will sich nicht einstellen. Das Buch war 2006 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, konnte mich aber wegen seiner Abschweifungen und des teils ermüdenden Schreibstils nicht fesseln.
Der Autor ist hier während einer Lesung in einer Buchhandlung zu sehen:













Das Buch konnte mich nicht überzeugen und erhält


(von 5)




Ein sehr interessantes Buch ist Maik Grote mit Schriftsteller im Exil – 1933-1935 gelungen. Viele der Großen aus der damaligen deutschen Schriftstellerszene sahen sich gezwungen, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ins Ausland zu emigrieren: weil sie Juden waren, eine nicht systemkonforme politische Anschauung hatten oder homosexuell gewesen sind. Sie verloren nicht nur ihre Heimat, sondern in den meisten Fällen auch ihren Besitz und viele Kontakte. Es gab auch Versuche, die Arbeiten der Exil-Schriftsteller zu bündeln und ihnen eine Stimme zu geben. Ob dies gelang, ist eines der Themen in diesem sehr genau recherchierten Buch.
Über Maik Grote konnte ich leider nichts in Erfahrung bringen, was über sein Buch hinausginge.
Grote hat mit seinem Erstlingswerk Geschichte greifbar gemacht und sich sehr um die Darstellung von Einzelheiten bemüht, die allgemein eher unbekannt sind. 







 
In Der Wels – Freiheit oder Diktatur von Hans-Gerd Pyka geht es um den Fluchthelfer Max Weidendorf, der DDR-Bürgern bei ihrer Flucht in den Westen hilft. Was 1966 in einer locker-gelösten Stimmung beginnt, wird im Laufe der Jahre zu einer ernsten und gefährlichen Angelegenheit. Und zu einer sehr lukrativen Einnahmequelle. Die Figur des Max Weidendorf steht in großen Teilen für Kay Mierendorff, einen Fluchthelfer, der in den 1960-er bis 1980-er Jahren über 1.000 DDR-Bürger über die deutsch-deutsche Grenze geschmuggelt hat.
Die Bundesstiftung Aufarbeitung hat unter der Adresse Zeitzeugen zahlreiche weiterführende Links und Inhalte zum Thema Flucht und Fluchthilfe in der DDR zusammengestellt. Ein sehr interessantes und gut geschriebenes Buch.





 

Am Ende des Monats wurde es richtig blutig: In Der Meister, dem zweiten Band aus der Serie um die Bostoner Polizistin Jane Rizzoli und der Rechtsmedizinerin Maura Isles, schildert die bekannte Krimiautorin Tess Gerritsen eine Mordserie, die eine frappierende Ähnlichkeit mit der hat, wegen der sie ein Jahr zuvor ermittelte – und dabei fast selbst zum Opfer geworden wäre. Spannend erzählt mit etlichen schaurigen Momenten.




Informationen von Tess Gerritsen über die beiden Hauptfiguren bietet dieses Video: 














An manchen Stellen war es mir zu bluttriefend, darum


  

Ich hoffe, es war für euch etwas dabei und freue mich, wenn ihr auch im März wieder hier vorbeischaut.

Samstag, 4. März 2017

# 90 - Diese Suppen löffelt man gern aus

Das Kochbuch, das allen gefällt 

 

 

Familienmenschen und Gastgeber kennen das: Die Suche nach einem Gericht, das alle am Tisch essen können, kann ziemlich zäh sein. Es geht dabei nicht nur um Unverträglichkeiten und einzelne Abneigungen gegen bestimmte Lebensmittel, sondern Bestandteile von Lebensentwürfen: Da gibt es diejenigen, die auf Paleo schwören, andere leben nur noch vegetarisch oder vegan. Manche wollen schlank werden oder es bleiben und schwören auf kohlenhydratarme Ernährung („Low Carb“), und dann gibt es noch die Flexitarier, die sich immer wieder neu entscheiden, was sie essen wollen. Karina Both-Peckham hat nicht den Kochlöffel in die Ecke geworfen, sondern mit Peckham’s Kochbuch – Band 1: Lieblingssuppen ein Kochbuch geschrieben, das tatsächlich jedem Geschmack gerecht wird.



Ein Kochbuch mit einer durchdachten Struktur




Afrikanische Süßkartoffel-Erdnuss-Suppe
Karina Both-Peckham betreibt in Erfurt ein Bistro und eine Kochschule und ist außerdem Foodbloggerin (Iss dich glücklich). Die Begeisterung fürs Kochen ist ihrem Buch deutlich anzumerken: Die Rezepte für ihre 18 Suppen stammen aus aller Herren Länder und lassen sich auch für ungeübte Hobbyköche leicht nachkochen. Alle Zutaten sind in gut sortierten Supermärkten erhältlich, die Suppenmenge ist immer für vier Personen berechnet. Die Gerichte sind unkompliziert und schnell gemacht: Für ganz Eilige gibt es z. B. den Kichererbsen-Spinat-Tomaten-Topf mit Feta (in acht Minuten fertig), für Geduldigere den Rotwein-Linsen-Topf mit Wurzelgemüse (braucht 30 Minuten).



Jedes Rezept für alle Geschmäcker – wie geht das?




Die Zubereitung jeder Suppe wird zunächst in der vegetarischen Variante erläutert. Separat davon wird erklärt, wie sich das Rezept ohne großen Aufwand in ein Paleo-, Low Carb-, veganes oder Flexitarier- Gericht verändern lässt. Die Paleo-Varianten sind generell gluten- und laktosefrei.

Da Karina Both-Peckham am liebsten mit frischen Zutaten kocht, hat sie an den Rezeptteil einen Saisonkalender angehängt. Mit seiner Hilfe lässt sich schnell herausfinden, welches Gemüse in welchen Monaten frisch vom Feld oder zumindest als Lagerware erhältlich ist.

Die sehr schönen Fotos runden das Kochbuch ab und locken auch Kochmuffel an den Herd. Peckham’s Kochbuch – Band 1: Lieblingssuppen bietet einfach nachzukochende, leckere Suppenideen, die außerdem noch den Geldbeutel schonen. Eine klare Empfehlung.



Peckham’s Kochbuch – Band 1: Lieblingssuppen ist im November 2016 bei Books on Demand (BoD) erschienen und kostet als Hardcover-Ausgabe mit Schutzumschlag 18,90 Euro. 

Die Autorin bereitet gerade die Veröffentlichung zwei weiterer Bücher vor: Peckham's Kochbuch - Band 2: Hauptgerichte und Peckham's Kochbuch - Band 3: Yummy Desserts. Sie werden nach denselben Prinzipien strukturiert sein wie Peckham’s Kochbuch – Band 1: Lieblingssuppe. Man darf gespannt sein.

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